Zu Hause
Zwischen Wänden aus vertrautem Schweigen, wo Schatten alte Namen tragen, sitzt mein Herz auf kalten Dielen – zu müde, um noch Schmerz zu sagen. Die Bilder an den Wänden weinen, verblasste Lächeln, tief im Staub, Erinnerungen, die leise keimen, verloren zwischen Glanz und Graub. Ein Schlüssel dreht im Schloss der Zeiten, doch keine Tür führt wirklich heim. Ich suche Trost in alten Seiten, doch jedes Wort bleibt nur ein Reim. Zu Hause – war das je ein Ort? Oder nur ein flüchtig' Licht? Ein leises Flackern, dann sofort erstickt vom Alltagsgleichgewicht. Die Decke drückt wie schwerer Regen, der Boden atmet meinen Schmerz. Ich kann nicht gehen, kann nicht bleibe – und trag ein Labyrinth im Herz. Zu Hause ist, was ich vermisse, obwohl es nie ganz bei mir war. Ein leeres Glas, ein stiller Kuss, ein letzter Blick – und unsichtbar.
Poetry Books 50% Off
Bestselling collections from top poets
